TH-Übung in Trebur

Nur noch Schrott bleibt übrig
17.04.2010 - TREBUR
Von Detlef Volk
FEUERWEHR Kameraden üben Rettung von Insassen aus einem Auto
Ein hässliches Knirschen zerschneidet die Stille im Treburer Feuerwehrgerätehaus. Mit der Hydraulikschere bearbeiten Feuerwehrleute die nagelneue Motorhaube eines Opel Insignia. Am Ende wird nur Schrott von dem Fahrzeug übrig bleiben: Die Einsatzkräfte üben, wie sie im Einsatzfall Insassen aus dem Fahrzeug befreien können.
Für die fachgerechte Anleitung steht Hans-Dieter Zentgraf zur Verfügung. Inzwischen ist es ein Hobby für den Treburer Feuerwehrmann geworden, früher war er mit dieser Arbeit beruflich beschäftigt. Bei Opel in Rüsselsheim war er in der Fahrzeugentwicklung im Bereich Sicherheitstechnik beschäftigt mit Schwerpunkt in der Brandbekämpfung.
Diesmal waren Feuerwehrkollegen der Freiwilligen Feuerwehr aus Mainz-Bretzenheim in Trebur zu Gast. "Die Fahrzeugsicherheit wird immer weiter entwickelt", erklärt Zentgraf. Für die Fahrzeuginsassen erhöht dies den Schutz. Für die Rettungskräfte stellt sich im Gegenzug aber die immer schwieriger zu lösende Frage, wie die Unfallbeteiligten aus ihren Fahrzeugen befreit werden können.
"Das Auto kann dabei regelrecht zu einem Tresor werden", sagt Zentgraf. Denn bei einem Unfall verkeilen sich die Fahrzeugteile. Der "Tresoreffekt" tritt dabei ein, wenn sich beim Unfall der Seitenaufprallschutz verschiebt und die Türen regelrecht zukeilt.
Um die Rettungskräfte immer auf dem neuesten Stand der Fahrzeugsicherheitstechnik zu halten, bietet Zentgraf diese Schulungen bereits seit gut 20 Jahren an. Denn je neuer ein Auto sei, desto schwieriger sei der Zugang.
Begonnen wird dabei immer mit der Motorhaube. Mit der Rettungsschere und dem Hydraulikspreitzer wurden die Halterungen an dem grünen Insignia aufgeschnitten, um die Batterie zu entfernen. Ist die Batterie entfernt, wird die Brandgefahr reduziert und nicht ausgelöste Airbags können sich nicht mehr nachträglich entfalten. Dies könnte zu Verletzungen bei den Rettern führen, erklärt Zentgraf.
Sind diese Vorarbeiten erledigt, dann kann sich ans öffnen der Tür gemacht werden. Auch das Ausbauen der Frontscheibe lernen die jungen Feuerwehrmänner, denn die Verbundglasscheiben zerfallen nach einem Unfall nicht.
Mit theoretischen und praktischen Erklärungen hat Zentgraf zudem die Sicherheitseinrichtungen am Fahrzeug erklärt. Dazu gehören auch Informationen darüber, wo sich die verschiedenen und immer zahlreicher werdenden Airbags befinden. Für die schnelle und sichere Hilfe seien diese Informationen unbedingt erforderlich, betont Zentgraf.
17.04.2010 - TREBUR
Von Detlef Volk
FEUERWEHR Kameraden üben Rettung von Insassen aus einem Auto
Ein hässliches Knirschen zerschneidet die Stille im Treburer Feuerwehrgerätehaus. Mit der Hydraulikschere bearbeiten Feuerwehrleute die nagelneue Motorhaube eines Opel Insignia. Am Ende wird nur Schrott von dem Fahrzeug übrig bleiben: Die Einsatzkräfte üben, wie sie im Einsatzfall Insassen aus dem Fahrzeug befreien können.
Für die fachgerechte Anleitung steht Hans-Dieter Zentgraf zur Verfügung. Inzwischen ist es ein Hobby für den Treburer Feuerwehrmann geworden, früher war er mit dieser Arbeit beruflich beschäftigt. Bei Opel in Rüsselsheim war er in der Fahrzeugentwicklung im Bereich Sicherheitstechnik beschäftigt mit Schwerpunkt in der Brandbekämpfung.
Diesmal waren Feuerwehrkollegen der Freiwilligen Feuerwehr aus Mainz-Bretzenheim in Trebur zu Gast. "Die Fahrzeugsicherheit wird immer weiter entwickelt", erklärt Zentgraf. Für die Fahrzeuginsassen erhöht dies den Schutz. Für die Rettungskräfte stellt sich im Gegenzug aber die immer schwieriger zu lösende Frage, wie die Unfallbeteiligten aus ihren Fahrzeugen befreit werden können.
"Das Auto kann dabei regelrecht zu einem Tresor werden", sagt Zentgraf. Denn bei einem Unfall verkeilen sich die Fahrzeugteile. Der "Tresoreffekt" tritt dabei ein, wenn sich beim Unfall der Seitenaufprallschutz verschiebt und die Türen regelrecht zukeilt.
Um die Rettungskräfte immer auf dem neuesten Stand der Fahrzeugsicherheitstechnik zu halten, bietet Zentgraf diese Schulungen bereits seit gut 20 Jahren an. Denn je neuer ein Auto sei, desto schwieriger sei der Zugang.
Begonnen wird dabei immer mit der Motorhaube. Mit der Rettungsschere und dem Hydraulikspreitzer wurden die Halterungen an dem grünen Insignia aufgeschnitten, um die Batterie zu entfernen. Ist die Batterie entfernt, wird die Brandgefahr reduziert und nicht ausgelöste Airbags können sich nicht mehr nachträglich entfalten. Dies könnte zu Verletzungen bei den Rettern führen, erklärt Zentgraf.
Sind diese Vorarbeiten erledigt, dann kann sich ans öffnen der Tür gemacht werden. Auch das Ausbauen der Frontscheibe lernen die jungen Feuerwehrmänner, denn die Verbundglasscheiben zerfallen nach einem Unfall nicht.
Mit theoretischen und praktischen Erklärungen hat Zentgraf zudem die Sicherheitseinrichtungen am Fahrzeug erklärt. Dazu gehören auch Informationen darüber, wo sich die verschiedenen und immer zahlreicher werdenden Airbags befinden. Für die schnelle und sichere Hilfe seien diese Informationen unbedingt erforderlich, betont Zentgraf.
Dieser Text stammt aus der Online-Ausgabe der Main-Spitze vom 19.04.2010,
© Verlagsgruppe Rhein-Main 2010
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